
Wow – ist das heute wieder ein Chaos. Hin- und hergerissen vom Alltag, bekomme ich einfach keine Struktur in meinen Tag.
Das ist ein Zustand, der seit über 10 Jahren in meinem Leben immer wieder auftritt und der das Gefühl von Unzufriedenheit und Versagen in mir füttert. Da kann ich mir 1000 mal sagen, dass ich nichts dafür kann. Das ist auch nicht zielführend, denn wirklich vermeiden kann ich diesen Zustand nicht und doch gibt er mir auch Möglichkeiten als Künstlerin, die ich „geordnet“ nicht habe.
So hole ich mir in der Kunst, ganz besonders im Zeichnen, meine Ruhe, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Glück zurück. Das funktioniert nicht immer, aber sehr oft.
Am Samstag war so ein Tag, als ich sehenden Auges, kurz davor war, in die Spirale aus Hinterherlaufen, Druck und verzweifelter Aufgabe zu springen.
So bin ich einfach, wie schon so oft, in eine andere Richtung abgebogen.
Die Küche habe ich Küche sein lassen, das Chaos auf meinem Zeichentisch und in der Hundebox blieb links liegen, mit allem was sonst noch anstand und die Vorbereitung auf einen Termin habe ich kurzerhand verschoben.
Ich setzte mich, schob alles was mir im Weg lag zur Seite und fing an, meine „Verwirrung“ aufs Papier zu bringen. Mit jedem Strich wurde ich ruhiger und meine Stimmung hellte sich auf. Für gewöhnlich fühle ich mich in Schwarz/Weiß zuhause – in diesem Moment wollte es Farbe sein, nein es musste bunt sein. Ich stimmte die Farben nicht ab, sondern freute mich einfach auf das was dabei herauskommen sollte. Hoppla – „Ich freute mich“! 
Der Moment hat gehalten. So habe ich eine Rahmen gesucht und das Kleinod beim Gassigehen an einen ganz lieben Menschen verschenkt.
Nachdem ich wieder zuhause war erledigte sich das „Chaos“ um mich herum – fast von selbst und ich fühlte mich gut.